Gutenachtgeschichten einer Ohrmuschel
So - hier sind wir mal wieder.
Wer jetzt nur des Titels halber weiterliest, wird enttaeuscht werden, denn es ist erstmal an der Zeit etwas unserer vergangenen Tage zu schreiben - vielleicht spaeter mal. Allen Anderen erstmal ein frohes Hallo!
Nun ja - wie soviele schon bemerkt haben, sind ein paar Tage verstrichen, seit wir uns das letzte mal hier gemeldet haben. Natürlich haben wir in dieser Zeit nicht sinnlos herumgelegen...deshalb jetzt die langweiligen Details unserer Reise:
Erstmal ging es in die idyllischen Dandenong Ranges, genauer: in das verschlafene Strzelecki, wo wir unsere ersten Wwoofing-Erfahrungen auf einer Farm sammeln wollten - und auf die Moeglichkeit des Waeschewaschens gehofft haben. Bei unserer Ankunft haben sich diese hochgesteckten Wuensche allerdings auf der Stelle zerschlagen. Dennoch wollten wir ein paar Tage bei Madelon, der Hausherrin, bleiben. Unser erster Farm-Auftrag beinhaltete das Streichen ihres Hauses... Da das nach schon 4 Tagen erledigt war, es rundherum nichts zu sehen gab, die Dame dennoch so nett war, haben wir noch ein paar weitere Tage mit dem Legen einer Terasse und dem Aufrauemen ihres Grundstueckes verbracht - also keine typischen Farmarbeiten. Das wird hier unter "Allgemeine Erhaltung" zusammengefasst. Wenigstens haben die Alpacas gehalten, was wir uns von ihnen versprochen haben =)
Dennoch trieb es uns irgendwann zurueck auf die Strasse. Unser naechstes grosses Reiseziel hiess Great Ocean Road. Hier gab es auch reichlich Straende anzuschauen und wir waeren wahrscheinlich noch Wochen geblieben - waere nicht alles von Touristen ueberflutet und das Wetter etwas besser gewesen. Also ging es wieder weiter noerdlich. In Mt Gambier gehoert der Besuch der Possums ja zum Pflichtprogramm. Das die Tiere dort aber inzwischen auch auf den Geschmack von Fleisch gekommen zu sein scheinen, hat uns niemand gesagt. Katti musste diese Erfahrung demnach am eigenen Leib machen - ein wahrlich netter blauer Fleck.
Da uns das Wetter noch immer nicht hold war, und die Crampians aufgrund der wuetenden Feuer gesperrt waren, entschieden wir uns gegen einen kleinen Obolus von 300 Dollar fuer einen Besuch auf Kangaroo Island. Hier gab es fuer uns die Moeglichkeit ein wenig zu jobben. Das ganze passierte im Hanson Bay Sanctuary, einem "Park", der sich durch die Vermietung von Urlaubshuetten finanzierte. Unsere Aufgabe war halt, eben jene Huetten wieder auf Vordermann zu bringen, nachdem urlaubswuetige Horden dort durchgerobbt sind. Also der perfekte Job fuer attestierte Hausstaub-Allergiker ;)
Als waere mit dem Putzen und Arbeiten noch nicht genug, haben wir parallel auf der nahgelegenen Flinders Chase Farm nocheinmal fuer Unterkunft und Verpflegung gewwooft. Da die Leute (wie eigentlich jeder Einwohner auf KI) vom Tourismus lebten, haben wir auch dort nahezu jeden Tag die Jugendherberge aufgeraeumt. Der Vorteil bei Job Nummer eins lag ganz eindeutig im Geld - deswegen sind wir auch satte 3 Wochen geblieben. Wahrscheinlich gehoeren wir zu einer handvoll Leuten, die die Touristenfalle KI mit mehr Geld verlassen haben.
Das Wwoofen selbst war eine reine Katastrophe: Arbeit langweilig und eintoenig (putzen kann ich auch daheim!), soziale Kontakte haben sich auf einen gelangweilten franzoesichen Mit-Wwoofer beschraenkt (Kommunikation mit den "Wirten" und Aufgabenverteilung erfolgte meist ueber kurze, schriftliche Notizen)und Essen bot keine grosse Abwechslung (Pasta/Kartoffeln mit kiloweise Fleisch aus der farmeigenen Tiefkuehltruhe). Wie auch immer. Die spannensten Momente waren die Begnungen mit Skorpionen und Redback-Spinnen (beide selbstverstaendlich hochgiftig), das Huehnerschlachten am letzten Abend und der Besuch der Nordkueste von KI. Nur hier war das Wasser warm genug, um mal baden gehen zu koennen. In der Stokes Bay gab es beim Schnorcheln auch einiges zu bestaunen und auf dem Weg zurück zum Faehrhafen trafen wir einen Koala mitten auf der Holperpiste (keine Angst: nicht mit dem Auto!!). Der Geselle erwies sich als recht entspannt und neugierig, wie sich herausstellte...
Nun ja. Nun sitzen wir im sonnigen, gemuetlichen Adelaide und treffen die ersten Vorbereitungen zum druchqueren der Nullabor Plain - einer endlosen Halbwueste. Ansonsten haben wir noch ein paar Events des hier beruehmten Fringe-Festivals mitgenommen und einfach das gute Wetter genossen. Ein wenig erinnert Adelaide auch an Jena. Ist zwar eine Grossstadt (furchtbares Schriftbild!) -immerhin leben hier wohl mehr als 80%der Bevoelkerung South Australias- aber das gesamte Leben hier ist recht entspannt und "langsam". Die Uni und ihre Studenten scheint recht praesent zu sein und selbst die Kulturarena haben sie sich abgeschaut ;)
Puenktlich zur Halbzeit unseres Aufenthaltes haben wir auch unsere Reiseplaene verfeinert. Im Auto werden wit via Perth entlang der Westkueste an das Nigaloo-Reef nach Exmouth cruisen. Zurueck in Perth nehmen wir den Flieger nach Sydney, um ein paar Tage spaeter den Heimflug antreten zu koennen... Die Strecke Exmouth-Perth unterliegt noch der weiteren Planung
Puh - nun kann sich aber wirklich niemand mehr beschweren, dass er nicht auf dem neuesten Stand waere. Wie, wann und wo sich die naechste Internet-Gelegenheit fuer ins ergibt steht im roten, australieschen Sand. Deshalb: macht euch keine Sorgen! Schlechte Nachrichten machen schnell die Runde ;)
Lasst es euch allen gut gehen, viel Erfolg, bei was immer ihr auch tut!
Timmey
Micha und das Katguruh
1 Meinungen:
wow, riesen-update!
redbackspiders bin ihc auch schon begegnet, aber in den genuss einen skorpion zu bestaunen kam ich noch nicht.
und hier in nz ist alles sowieso nicht besonders giftig ... aber ich bin ja bald wieder in australien...
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